Heute zum Abschluss noch mal 82 Kilometer gefahren, hoch bis ans Ende des Ultentals und wieder zurück. Das mit dem großen Blatt hab ich mir gespart, es war irre schwül, und am Ende kamen sogar ein paar Tropfen Regen vom Himmel. Und dann hat sich noch an der ersten steilen Rampe in Lana mein Funksensor von der Gabel gelöst und sich von den Speichen auf die Straße feuern lassen. Hoffe, der ist noch heil. Jedenfalls fuhr ich die ganz Strecke dann ohne Tacho, was ja ganz erholsam sein kann. Und auch das Batterie-Rücklicht, das ich mir wegen der Tunnels hinten an die Trikottasche klemme, hat’s mittlerweile gerissen und musste von mir mit Pflasterstreifen notdürftig geflickt werden. Die Speichen des Hinterrads sirren und klickern bei hoher Belastung immer noch an den Kreuzungspunkten, und der Flaschenhalter wackelt schon wieder. Wir haben also Schwund, aber das gehört ja dazu – jetzt wird das Rad auseinander genommen und im Auto verstaut.
Schön war’s, und ich bin inzwischen wirklich wieder in ganz guter Form. Schade nur, dass ich die zu Hause sofort wieder verlieren werde – da wartet ein Berg Arbeit, gegen den das Timmelsjoch ein Maulwurfshügel ist. Zum Radfahren werde ich in den nächsten Wochen jedenfalls so gut wie gar nicht kommen.
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Ich muss jetzt mal ganz eitel sagen: Ich werd’ schneller. Ich fahre ja hier fast jeden Tag, zwar immer nur recht kurze Strecken, so zwischen 40 und 65 Kilometern, aber durch die Höhenmeter ist das trotzdem ganz schön fordernd. Und ich kann mich ja auch nicht ständig stundenlang aufs Rad setzen, will ich auch gar nicht. In der Regel machen wir es so: vormittags und nachmittags gehen wir auf den Berg (die Kinder: immer noch wie Gemsen), am späten Nachmittag geh ich aufs Rad. Oder: Ich mit dem Rad vorweg bis zum Startpunkt in irgendeinem Hochtal, Dusche mit einer Flasche Wasser, Wanderschuhe an, Rad ins Auto – und dann auf den Berg.
Das lässt sich alles irgendwie ganz optimal kombinieren. Und ich merke, dass ich auf meinen zwei Hausstrecken (neben der Strecke hoch nach Hafling habe ich die Strecke hoch hinauf ins Ultental für mich entdeckt) immer flotter werde. Dort, wo ich anfangs mit 11 km/h hochächzte, fahre ich jetzt so 14-15. Und je besser man so einen Berg kennt, desto besser kann man seine Kraft einteilen bzw. sich verausgaben. Ich brauch jetzt auch deutlich seltener mein größtes (28er) Ritzel. Mensch, das wird ja langsam wie früher!
Nur eines geht mir seit kurzem nicht mehr aus dem Kopf: Der Schaltfehler von Andy Schleck, der ihn seinen Vorsprung gekostet hat, der rührte doch daher, dass ihm vorne die Kette runter gelaufen ist (ich guck hier so gut wie gar nicht Tour de France, ehrlich). Passiert mir auch viel zu oft (Umwerfer einstellen: kann ich nicht). Aber mir passiert’s nur, wenn ich vom kleinen aufs große oder vom großen aufs kleine Blatt schalten will. Ich glaube also: Schleck wollte aufs große Blatt schalten! Aufs große Blatt! Ich meine: Das ging bergauf, und zwar und wie!
Morgen großes Blatt! Wenigstens für ein paar Meter. Schleck-Time, bei der letzten Ausfahrt dieses Urlaubs, einmal bis ans Ende des Ultentals und zurück.
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Und noch ein schneller Hinweis: Der großartige Jürgen Löhle (mit dem ich die Ehre hatte, bei den Vattenfall-Lesetagen vorzulesen), hat sein neues Buch fertig, die Biographie des ehemaligen Gerolsteiner Teamchefs Hans-Michael Holczer. Das Buch erscheint Anfang August, und Löhle und Holczer lesen gemeinsam vor. Alle Infos hier! Ich werd’ das Buch übrigens auf jeden Fall kaufen. Jürgen Löhle hatte mir damals bereits ein bisschen verraten – das ist ganz sicher ein sehr spannendes Buch…

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Das Unerwartete war, dass es auf den 29 Kilometern hoch zum Timmelsjoch zwischendurch auch mal bergab ging. Alles andere war in etwa so, wie ich es mir vorgestellt hatte, nur schöner und gewaltiger.

Wenn man in St. Leonhard startet, kommen einem die ersten sechs, sieben Kilometer recht einfach vor. Die Steigung ist moderat, da kann man eigentlich kaugummikauend hoch. In Moos bzw. kurz danach wird’s dann aber das erste Mal schwierig, ein paar Serpentinen schrauben sich in die Höhe, ich schätze, mit stellenweise 12-14 Prozent, und das auf einer Strecke von gut drei Kilometern. Danach wird’s etwas ruhiger und man kann ein bisschen Gas geben. Außerdem ist’s angenehm schattig, ein Vorteil, den man bei über 30 Grad nicht unterschätzen sollte. Auf halber Strecke geht’s dann für ein, zwei Kilometer fast eben und hier und da sogar etwas bergab, bis man nach ungefähr 20 Kilometern den Steilhang erreicht, der einem wohlige Schauer über den Rücken jagt. Man kann kaum den Kopf so weit in den Nacken nehmen, um ganz nach oben zu schauen. Unzählige Kehren, die durch teils ewig lange, teils sehr kurze Geraden miteinander verbunden sind, stapeln sich in den Himmel. Und hier wird’s auch wieder steil, immer wieder deutlich zweistellig, schätze ich, was zur Folge hatte, dass ich hier und da einstellig wurde, also auf dem Tacho. Aber die Aussicht, wenn man denn die Kraft hat, mal den Kopf zu drehen, ist grandios und entschädigt für alle Mühen. Gesichert ist die Straße (die ansonsten in wirklich gutem Zustand ist) nur durch kniehohe Balustraden oder Leitplanken, runter würd’ ich da nicht mögen.
Ich hatte auf diesem Teil der Strecke den enormen Vorteil, von drei begeisterten Fans angefeuert zu werden, die mit dem Auto vorgefahren waren und mich an so manchen Kehren abklatschten. Kann ich nur empfehlen! Nur die Alu-Blümchentrinkflasche, die die Tochter mir aus dem Auto entgegenstreckte, konnte ich nicht greifen, der Wagen fuhr einfach zu schnell. Ich vergaß auch, mir während des Fahrens das Trikot auszuziehen und mir aus dem Begleitfahrzeug ein neues reichen zu lassen. Die Tochter hatte das im Fernsehen gesehen, und wollte, dass wir das genauso machen. War dann aber alles nicht schlimm.
Einen oder zwei Kilometer vor dem Ziel muss man durch einen unbeleuchteten, 500 Meter langen Tunnel, da wurde mir ganz schön mulmig. Ich hatte mir zwar ein kleines Rücklicht hinten ans Trikot geklemmt, aber man weiß ja nie. Vor allem weiß man nicht, ob sich vor einem Schlaglöcher auftun. Es tropft von der Decke, und wenn einen ein Auto überholt (geschah zum Glück nur ein mal) ist’s infernalisch laut. Jedenfalls gab ich in diesem Tunnel (wie in eigentlich allen Tunnels) Vollgas, da will man nicht lange drinstecken.
Und wenn man durch ist, hat man’s fast geschafft, es geht nur noch einen Kilometer ganz leicht bergauf, da kann man im Wiegetritt nochmal richtig Tempo machen. Bei angenehmen 15 Grad wurde ich dann noch von den Kindern aufgefordert, nach dem obligatorischen Beweisfoto, folgt) auf den kleinen Minigipfel mit dem Kreuz steigen. Und da brannten dann die Beine doch etwas.
Gebraucht habe ich 2 Stunden und neun Minuten, was ich ganz ordentlich finde, zumal ich mit einem Riesenrespekt hochgefahren bin und mir die Kraft gut eingeteilt hatte. Ein bisschen Luft nach oben ist da bestimmt noch.
Leider ist das Timmelsjoch so beeindruckend und überwältigend, dass der Jaufenpass dagegen bei weitem nicht anstinken kann. Den jetzt nochmal zu fahren, wäre wahrscheinlich enttäuschend. Ich glaub, den lass’ ich aus.
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Lange Sendepause gehabt – die Arbeit!
Aber jetzt ist Arbeits-Pause. Und ich bin in Südtirol, wieder in Schenna, mit Fahrrad und Familie.
Das Land stöhnt und ächzt hier gerade unter einer kleinen Hitzewelle, 33 Grad im Schatten hat’s hier locker, in der Sonne entsprechend über 40. Wenn man da berghoch mit schwarzer Radhose aus dem Sattel geht, brennen einem die Arschbacken nach ein paar Sekunden.
Es offenbart sich jetzt auch ein gewisser Makel an den RG-Uni-Trikots: Man kann sie nicht komplett mit einem Reißverschluss öffnen, sondern nur ein bisschen am Kragen. Da ist das TNC-Trikot mit seinem durchgehenden Reißverschluss schon praktischer. Man muss nur daran denken, vor der Abfahrt den Zipper wieder zu schließen. Der gefühlt golfballgroße Brummer, der mir auf der ersten Abfahrt vor den Latz knallte und sein Leben in meinem Brusthaar aushauchte, tat ein bisschen weh.
A propos Haare. Es ist ein Gerücht, dass man mit glatten Beinen schneller den Berg hoch fahren kann. Also: Ich fühle mich zwar deutlich besser als im vergangenen Herbst, als ich ja diverse Male mein Rad den Abhang runterschmeißen wollte, was aber auch daran liegen kann, dass ich langsamer bin. Wenn mich nicht alles täuscht, bin ich beim letzten Mal den Hausberg hoch nach Hafling in 45 Minuten gefahren, jetzt brauche ich so knapp 50. Aber damals war ja auch der Asphalt nicht weich vor Hitze.
Bis jetzt bin ich drei mal gefahren, heute war der erste Tag, den ich ausgesetzt habe, dafür waren wir auf’m Berg und haben uns von der Sonne in bisschen verbrennen lassen (bin übrigens sehr stolz auf die Kinder, die voller Begeisterung locker 15 Kilometer gewandert sind und nur gejammert haben, wenn es mal nicht steil genug hoch ging!). Morgen soll dann der heißeste Tag werden, eigentlich ein idealer Termin für einen der großen Pässe. Entweder nochmal den Jaufenpass oder das Timmelsjoch. Beide sind jedenfalls in diesem Urlaub fällig.
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Nach einer radsporttechnisch ereignislosen, ja, geradezu verhärmten Woche voller Arbeit auf Flughäfen und in Zügen gestern endlich mal wieder Rad gefahren. Zum ersten mal das Donnerstags-Training der Rg-Uni-Truppe mitgemacht. Die Kurzzusammenfassung: wiederholbar!
Super-Strecke ab Rothenburgsort (der Fachmann sagt: RBO), 30 km am Deich entlang (die Strecke bin ich schon ein paar mal mit O. gefahren, dem Mann ohne Nerven), dann ein Abstecher in den Sachsenwald, dann hinter dem Deich durch die Dörfer wieder zurück, knappe 90 km insgesamt. Die Donnerstagstruppe weist personell kaum Überschneidungen mit der Dienstagstruppe auf, ganz abgesehen davon, dass hier viel mehr Leute am Start sind. So 30-40 waren das locker, allerdings sind nur gute zehn in der schnellen Gruppe gestartet. Also ein empfehlenswerter Einsteigertermin (übrigens: offene Gruppe, auch für nicht RG-Uni-Fahrer), vor allem, weil die langsame Truppe auf Höchstgeschwindigkeiten von 30 km/h limitiert ist – das war zumindest die strenge Ansage des Trainingsleiters Jochen, der die schwierige Aufgabe hat, seine Pappenheimer zusammen zu halten und sicher nach Hause zu bringen.
Sogar die schnelle Truppe fuhr die ersten 25 km erstaunlich verhalten, so 35 km/h, was ja in der Gruppe eher langsam ist. Als Neuling ist einem ja nicht so klar, welches die neuralgischen Punkte der Strecke sind – oder ob da überhaupt welche kommen. Jedenfalls langweilte ich mich zunächst etwas und versuchte, Schafe zu zählen. Bei Schaf 412 aber ging’s los. Recht unvermittelt wurde losgeballert, und das auch noch bei Wind schräg von vorn. Schwupps, war’s passiert: Windkante, Vordermann ließ abreißen, Böker nix gemerkt, aufgeguckt, und vorne war der Zug weg. Blöd halt. Leider waren’s dann noch sieben Kilometer bis zum ersten Sammelpunkt kurz hinter dem Kreisel, und ich kam erst in der Nachzüglertruppe an. Schlimm: kurzes Krampfzucken in der Wade gehabt. Schieben wir’s mal auf die schlechte Ernährung und den vielen Stress. Am Kreisel auf den Tacho geguckt und ‘ne 39,5 im Durchschnitt anzeigen lassen, also: ungläubig. Hallo! Aber da war anfangs auch sehr viel Rückenwind im Spiel.
Danach ging’s kurz hoch in den Sachsenwald, mit einer kleinen Bergwertung, und von dort aus wieder nach Hause, allerdings ganz anders als dienstags: Donnerstags gibt’s in Ermangelung von Ortsschildern keine Ortssschildsprints, dafür offenbar ein paar kilometerlange Passagen, auf denen einfach gerast wird, also: 50+. Das finde ich beinahe anstrengender. Irgendwann mal war ich an Position 2 und erfreute mich hechelnd daran, es mir ein bisschen gemütlich machen zu können, als ich eine nachdrücklich schiebende Hand am Arsch verspürte (bei Tempo 52), die mich am Vordermann vorbei drückte. Deutliches Zeichen: Ausruhen verboten! Kurz aus dem Sattel, am Vordermann vorbei, 300 Meter so getan, als sei nix, dann unter der Laktatlast explodiert. Hach, das ist Radfahren. Es tut weh, aber es ist großartig.
Bemerkenswert an der Donnerstagstruppe: Die fahren alle, wenn in Zweierreihe, ewig vorn im Wind. Vier, fünf Kilometer mitunter. Das kann ganz schön weh tun, bei dem Tempo, also: mir zumindest. Das ist dienstags ganz anders, da wird nach einem Kiloneter gewechselt, zumindest wenn’s flott geht.
Mein Fazit: Auch wenn die Donnerstags-Leute behaupten, dienstags sei das Trainig viel härter und viel mehr vom Ehrgeiz der Teilnehmer getrieben, fand ich das Donnerstagtraining extrem anspruchsvoll (sogar eher anspruchsvoller, knapp 36 km/h im Schnitt waren das auch) und hart – und von der Stecke her eindeutig attraktiver. Ist halt bloß für mich viel blöder zu erreichen, quer durch die Stadt, und so.
Die sehen mich trotzdem nochmal, so viel ist klar.
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Boah, diese bleierne WM fährt mir offenbar in die Beine. Gestern das RG-Uni-Training fiel mir so schwer wie noch nie. Ehrlich gesagt fand ich die Heimfahrt mit dem Stadtrad vom Büro nach Hause schon anstrengend, warum auch immer. Und dann ging’s mit der Truppe auf die lange 100-Km-Runde, auf der vor dem Ortsschild von Elmshorn noch ein weiterer Sprint eingelegt wird. Na, jedenfalls musste ich mich echt quälen. Die Beine waren dick und taten weh, und ich war froh, mithalten zu können. Nach 70 Km stand auch schon ‘ne 35,5 auf dem Tacho, und dann kam noch der Kösterberg, an dem mir der Großteil der Truppe schon an der ersten Kuppe so ansatzlos davon fuhr wie Nordkoreaner auf der Flucht. Da ging gar nichts mehr, selbst gekaufte Jubel-Chinesen am Streckenrand hätten mich nicht aufbauen können. Vielleicht war ich am Sonntag doch zu schnell, und das war jetzt die Quittung. Jetzt jedenfalls muss ich erstmal ne ganz lockere Einheit einlegen, vielleicht morgen, mal M. fragen.
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Gestern wollte ich eigentlich mal wieder über 100 fahren. Es sind dann nur 90 geworden, etwas flotter, GA2 bei so 33km/h. Der Wind kam meistens schräg von vorne, das war ein bisschen zermürbend. Und eine Schuhplatte quietscht.
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Heute morgen um kurz nach sieben (rekordverdächtig!) aufs Rad gesetzt und bis 10 Uhr ganz lockere 85 km Grundlage gefahren, in kurz/kurz, bei zwar bedecktem Himmel aber herrlicher Wärme. Schön!
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Als der liebe Gott den Menschen das Haarkleid gab, war er etwas unkonzentriert. Ich stelle mir vor, das war am siebten Tag, ganz am Ende, kurz vor Feierabend, und er war mit den Gedanken schon ganz woanders, bei Eva vielleicht, oder bei der Schlange. Jedenfalls verteilte er die Haarpracht so ungleichmäßig, wie ich in meinem Garten Rasen ausgesät habe. Nachlässig ließ er hier ein bisschen was fallen, mal da, und dazwischen ließ er Lücken.
Bei mir jedenfalls ist es so: Was mir an der einen oder anderen Stelle im Bart fehlt (die Kotelettenlücke bringt meine Schanzenfriseuse Aishe stets zur Verzweiflung. Sie vergisst immer das eine Abdeckbüschel, das von oben runterwächst, stehen zu lassen: “Ahhrgh. Hab’ isch schon wieder vergesse! Schlimm?”), habe ich an den Beinen zu viel. Es ist Wildwuchs, drahtiger Wildwuchs, bis auf den Spann hinauf.
Jedenfalls habe ich gestern Abend alles probiert. Ich hatte mir extra bei Budni einen Wilkinson-Hightech-Nassrasierer gekauft und die Vorstellung gehabt: Schaum drauf, einwirken lassen und dann ganz smooth Schneise um Schneise ziehen. Aber nix da. Da tat sich gar nichts, außer dass die Vierfach-Klinge nach dem ersten Zug komplett mit Haaren verstopft war. Komischerweise sah es am Bein aber noch so aus wie vorher: haarig. Es waren einfach zu viele, zu dicke, zu dichte Haare. Ein bisschen versuchte ich es noch weiter, dann musste ich einsehen: So wird das nichts.
Dann also den Trockenrasierer rausgeholt. Mit dem Langhaarteil grobe Schneisen gezogen und ein unregelmäßiges Stoppelfeld hinterlassen. Nochmal geschäumt. Wieder mit der Klinge gearbeitet. Nun ging’s etwas besser. Ich musste das aber trotzdem noch ein paar mal wiederholen und am Ende sogar nochmal mit dem Scherkopf über’s Bein, bis ich irgendwann ein Resultat hatte, das so ansatzweise nach rasiertem Bein und nicht nach schlecht gerupftem Hähnchen aussah. Komisch: Als Junior und eine kurze Zeit danach habe ich mir ja auch immer die Beine rasiert – aber ich habe vergessen, wie. Ich glaube, mich zu erinnern, dass ich das auch nass unter der Dusche gemacht habe. Aber da ging das irgendwie einfacher.
Übrigens hatte ich mir sogar bei Budni so’ne 2,99-Euro-Enthaarungscreme gekauft, hatte aber nach Lektüre des Beipackzettels ein bisschen Schiss, weil ausdrücklich davor gewarnt wurde, die Creme auf sonnenverbrannte Haut aufzutragen. Und meine ist nach Sonntag sonnenverbrannt. Also im Schrank stehen gelassen, das Zeug.
Womit wir beim nächsten Thema wären. Ich hatte ja gedacht, in den letzten Wochen ein bisschen Sonnenbräune entwickelt zu haben, zumindest an den Stellen, die nicht von Trikot und Hose und Handschuhen bedeckt sind. Das fehlende Beinkleid lässt leider die Haut wieder zwei Nuancen blasser aussehen, das war vorher schöner. Und: Ich bin ja gesegnet (oder gestraft, je nachdem) mit riesigen Wadenmuskeln. Eigentlich sehr untypisch für einen Radfahrer. Kommt wohl vom Laufen früher – und mein Vater hatte die auch. Ich glaube sogar, mein Sohn wird die auch bekommen. Wird wohl dominant vererbt. Jedenfalls sind das Pakete, die ich durch leichtes Anspannen mühelos in eine eckige Form bringen kann. Und diese Muskelmasse will durchblutet werden. Über meine Waden zieht sich also eine Landkarte von Adern, die ein bisschen, nun ja, dicker sind als die Waden-Adern anderer Menschen. Ich weiß nicht, wer diese Knick-Strohhalme kennt, die man Kindern gibt. Oder: War schon mal jemand auf einem Bauernhof und hat einer Rekordkuh auf den Euter geguckt, was da so adernmäßig los ist? So halt. Durch die fehlende Bewaldung fallen die Adern jetzt noch mehr auf. Also beten, dass da nie Krampfadern kommen (hab ich am Sonntag im Fahrerfeld auch gesehen).
Die Sensorik ist übrigens in der Tat noch etwas ungewohnt. Man merkt, dass was fehlt. Aber irgendwie ist es auch ganz gut, glatt und weich fühlt sich das an. Und das Wichtigste: Die Frau hat mich nicht ausgelacht.
P.S: Eben in den Kommentaren den Philips-Tipp von Christoph gelesen. Wird ausprobiert! So geht’s nicht weiter!
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